Samstag, 7. März 2009

Mitte der Schrift

In einem Gespräch mit einem guten Freund kamen wir auf die Frage, was die Mitte der Schrift ist. Mit Luther würden wir sagen, dass Christus die Mitte der Schrift ist. Was ist, wenn das aber ein zu einseitiger Blick wäre. Besonders in der Diskussion um eine missionale Theologie würde ich sagen, dass die Mitte der Schrift wenn überhaupt, dann der dreieinige Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Erst dann sehen wir nicht nur das Kreuz, als Erlösungswerk, sondern Gott in seinen ganzen Fassetten als Schöpfer, als Tröster, als Mensch auf Augenhöhe u.s.w.

Was meinst du?

Mittwoch, 11. Februar 2009

Gabe neben anderen

Anfang Dezember gab es eine lange Diskussion bei Depone auf dem Blog zum Thema Leitung. In Anlehnung an die Diskussion bin ich heute über ein Zitat bei Reinhard Turre gestolpert, dessen inhaltliche Tatsache mir so noch nicht aufgefallen ist.

Jeder Leiter muß bei dem Auftrag »von oben« der Anerkennung »von unten« gewiß sein. Diese wird leichter zu erringen sein, wenn durch die Leitung nicht einfach Herrschaft ausgeübt wird, sondern wenn spürbar bleibt, daß Leitung ein Dienst neben anderen ist. Sie steht prinzipiell nicht höher als etwa die Tätigkeiten, die unmittelbar am Menschen getan werden. Biblisch ist in diesem Zusammenhang an 1Kor 12 zu erinnern, wo das Regieren als eine der Gaben am Lieb Christi neben anderen beschrieben wird.


Aus: Turre, Diakonik, Grundlegung und Gestaltung der Diakonie

Wenn wir die Leitung als eine Gabe neben anderen sehen würden, die, obwohl sie offensichtlich hervorsticht, weil der Leiter in Erscheinung tritt, dann wäre für mich ein Leitung ohne Hierarchie real möglich. Ich finde diesen Gedanken echt spannend, besonders in seiner Umsetzung.

Soziale Revolution

Für einen Kurs lese ich gerade einiges an Literatur zum Thema Diakonie. Heut bin ich über ein Zitat gestolpert, dass mich nicht losgelassen hat. In einer immer technisierteren Welt sind die Worte des Theologien Reinhard Turre m. E. echt mehr und mehr bedenkenswert. Besonders im Bezug auf die Technisierung im Gesundheitswesen, sprich Krankenhäuser und Altenheime. Er schreibt folgendes:

Nötig ist eine soziale Revolution, die der Technik wieder den Platz zuweist, den sie haben soll: dem Menschen wirklich zu dienen und ihn nicht zu beherrschen.


Aus: Turre, Diakonik, Grundlegung und Gestaltung der Diakonie

Immer wieder wenn ich in Krankenhäuser komme und kalte Räume mit Technik entdecke, dann frage ich mich, wie wollen wir dort wirklich zu Gesundheit kommen. Wo ist da Geborgenheit, Liebe und Führsorge, auch in "christlichen" Krankenhäusern.

Samstag, 7. Februar 2009

Ohne Arroganz

Ich bin überzeugt davon, dass es Gott gibt und dass er Schöpfer dieser Welt ist. Ich glaube, dass er uns als Krone der Schöpfung in Beziehung zu ihm geschaffen hat. Wie kann ich von beiden Sätzen vollkommen überzeugt sein und im Gespräch mit jemanden, der nicht dieser Überzeugung ist, nicht überheblich rüber kommen? Weshalb komme ich auf diese Frage? Nun, die Menschen heute sind sehr sensibel und spüren, wenn etwas echt und respektvoll gemeint ist. In einem Buch las ich folgende Aussage, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

Andersdenkende sagten uns, dass das zugrunde liegende Anliegen von Christen oft wohl mehr darin besteht, recht zu haben als zuzuhören. Bei uns gibt es eine Unterströmung von Arroganz, die Andersdenkende wahrnehmen. Das bedeutet indirekt, dass selbst die »richtigen« Antworten, wenn sie unchristlich vorgebracht werden, völlig an dieser skeptischen Generation vorbeigehen.


Wirke ich mit meiner Überzeugung arrogant, wenn ich sie mal einfach als Voraussetzung in ein Gespräch einfließen lasse? Spürt man mir ab, dass ich nicht nur an die Aussagen oben glaube, sondern dass ich sie wirklich lebe?

Wie kann ich anderen Dienen, die Jesus nicht kennen und die nicht an Gott glauben, ohne dass diese sich als Missionsobjekte fühlen? Ich will doch nicht, dass sie endlich meinem "Club" angehören, damit wir noch mehr werden. Ich wünsche mir doch nur, dass sie die Quelle eines erfüllten Lebens kennen lernen und in die Begegnung mit ihrem Schöpfer kommen. Aber mit diesem Wunsch drücke ich ja schon wieder ne gewisse Arroganz aus, weil ich damit aussage, dass ich es gefunden habe und andere nicht. Wie kann ich das eine sagen, ohne das andere damit zu provozieren?

Sonntag, 1. Februar 2009

Hope - Hoffnung

Ich lese gerade "Wer, wenn nicht wir" von Jim Wallis. Musste mich an ein weiteres Buch von Jim erinnern und habe gerade nen Blick hinein geworfen. Dabei bin ich über zwei Zitate gestolpert, die aktuell nach dem Sieg von Obama in den Staaten wirklich aktuell sind.

Wirkliche Gesellschaftsveränderung hat nie nur mit großen Führergestalten zu tun. Es geht immer darum, daß die Sehnsüchte von Millionen von Menschen freigesetzt werden. Die wirklichen großen FührerInnen wissen, daß sie gewöhnlichen Menschen und dem Gott der Geschichte dienen.

Aus biblischer Sicht ist Hoffnungnicht nur ein Gefühl, eine Stimmung oder ein rhetorischer Schnörkel, Hoffnung ist vielmehr die eigentliche Dynamik der Geschichte. Hoffnung ist die Energie der Transformation. Hoffnung ist die Tür, die von einer Wirklichkeit in die andere führt.

(Wallis, Die Seele der Politik, S.310f)

Haben wir in Deutschland noch Hoffnung, dass es eine bessere Zeit nach der Krise geben wird, oder sind wir bereits vor Realismus zynisch geworden? Glauben wir, dass es möglich sein wird, dass es Gerechtigkeit für alle, auch für den Hartz IVler geben kann?

Freitag, 28. November 2008

Auf dem Emergent Deutschland Forum

Heute Morgen um 10 Uhr habe ich mich auf dem Weg gemacht und bin zum ersten Mal über die Mitfahrzentrale auf Reisen gegangen. Das Ziel war Nürnberg, wo ich Quartier in einer schönen und komfortablen Gästewohnung bei der Heilsarmee genommen habe. Zwischen den Zeiten des Schlafs werde ich die Tage bis Sonntag Mittag in Erlangen beim Emergent Deutschland Forum verbringen. Wer sich einen Eindruck über das verschaffen will, was dort aktuell passiert, der kann sich auf www.emergent-deutschland.de auf dem Laufenden halten. Dort ist ein Live-Blog freigeschaltet, wo jeder sich beteiligen kann, egal, ob er beim Forum dabei ist oder nicht. Das coolste ist, dass wir alle Einträge direkt bei uns auf der Wand sehen. Also Click dich rein oder twitter mit unter dem tag #ef08.

Erste Fotos kannst du bei Haso und Peter finden.

Montag, 10. November 2008

Richtig und Leicht

„Schon bald müssen wir uns entscheiden zwischen dem richtigen Weg und dem leichten.“
(Aus Harry Potter und der Orden des Phönix)

Novavox und die Kirche auf dem Ölberg

Für ungefähr 150 Teilnehmer ging Vorgestern die erste Novavox-Konferenz in der Kirche auf dem Ölberg in Wuppertal zu Ende. Für mich war sie erst gestern zu Ende. Warum? Weil der gemeinsame Gottesdienst morgens nochmals einen großen Doppelpunkt für meine Gemeinde und mich setzte. Unser Pastor, einer vom Novavox-Kernteam, predigte über "Ein missionales Leben" und brachte damit auf den Punkt, was uns in der Leitung unserer Gemeinde schon eine Weile bewegt und was die Teilnehmer die drei Tage vorher beschäftigte.
Von Floyd und Praktikern aus Deutschland hörten wir, insg. ca. 230 Teilnehmer der Konferenz, was es heißt ein Leben zu führen, welches eine einge Gottesbeziehung, Evangelisation und dienendes Handeln zusammenbringt. Besonders spannend fand ich die Session, in der Floyd von Frust sprach, der auch während der Konferenz zu spüren war. Viele merkten, wie ihr Herz von den Dingen ergriffen wurde, wie man als Einzelner und als Gemeinde in einem ganzheitlichem Lebensstil hineinkommen kann. Aber ihnen war auch die Realität der eigenen Gemeinde bewusst. Was tun? In Frieden ausgesandt werden oder an dem Ort bleiben und ihn in einem vielleicht mühsamen Prozess mit verändern. Auf alle Fälle auf Gott hören und sich von ihm heilen und verändern lassen. Der Blick auf ihn wird die Herzenshärte schwinden lassen und ein aufeinander zugehen möglich machen. Denn was ist es, was wir mit unserem Leben tun? Wir leben, um die Herrlichkeit Gottes in dieser Welt bekannt zu machen. Er ist ein guter Gott! So war es gut zu hören, dass das, was viele empfanden auch Floyd selbst durchlebt hat.
Ich weiß nicht, wo wir als Kirche auf dem Ölberg mal stehen werden in zehn bis fünfzehn Jahren. Wovon viele in unserer Gemeinde träumen und wie die realexistirende Gemeinde aktuell aussieht - das sind noch zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Gott kann aber Wunder tun und Veränderung schenken. Ich will diesen Weg weiter gehen, getreu der Liedzeile "Komm, geh mit, wir gehn in Gottes Land!", welche Samstagmorgen von meinem CD-Player zu hören war, während einige Konferenzteilnehmer mit mir zusammen in meinem Wohnzimmer frühstückten.

Warst du auf der Konferenz? Was waren deine Eindrücke? Schreib doch einfach einen Komentar!

Übrigens hier , hier und hier findest du weitere Kommentare.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Stimmt, oder?

Ich war vor einigen Tagen im Kino. Habe den Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" gesehen. Ein Zitat geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es wird im Film von Gudrun Ensslin gesprochen.

"Theologen hoffen"


Naja, ist nur nen Ausspruch, oder? Aber wieviel Wahrheit darin steckt. Was hält uns bei Gott? Es ist doch die Hoffnung auf etwas, was schon im Anbrechen ist, aber noch nicht zu fassen ist.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Hochachtung vor seinem Mut

Meine Hochachtung vor Marcel Reich-Ranicki. Das, was er an Kritik auf der Gala des Deutschen Fernsehpreises brachte, war allemal berechtigt. Schade nur, dass es scheinbar die wenigsten von den Anwesenden wirklich verstanden haben, worum es ihm ging. Gottschalk hätte ihn ausreden lassen. Schau es dir doch selbst an:



Hier noch ein Kommentar zum weiterlesen!