Donnerstag, 16. August 2007

Fragend?


Nun ist es bereits einige Tag her, dass ich das Buch "Die Zukunft des Christentums" von Philip Jenkins gelesen habe. Direkt nach dem Lesen sind mir viele Dinge durch den Kopf gegangen. Aufrüttelnd umreißt Jenkins die mögliche Entwicklung der weltweiten Gemeinde Jesu. Selbst nach einigen Tagen ist bei mir immernoch einiges offen. Ich frage mich z. B. wie ich meine eigene Sicht vom Glauben sehen muss, wenn doch der Glaube in Afrika ganz anders wahr genommen wird. Wieviel ist bereist seit den Anfängen in Europa kulturkontextuell verändert worden? Wie muss ich meine "deutsche" Sicht von der hebräischen und griechischen Sichtweise verändern? Würde ich mich je in einer Kirche Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas wohl fühlen, wo die Bibel so anders interpretiert wird aus dem kulturellen Hintergrund? Würde ich vielleicht auch andererseits die Botschaft der Bibel ganz neu entdecken?

Ich weiß nicht, ob jemand versteht, was ich meine und ob es Leute gibt, die meine wirren Gedanken nachvollziehen können. Schön wäre es sich mit jemanden zu unterhalten, der das Buch auch gelesen hat. Wenn du einer bist, dann schreibe mir.

2 Kommentare:

Marens Langeweile hat gesagt…

Den kulturellen Kontext der Bibel beim Lesen zu beachten, hilft wohl immer beim Verständnis, wird aber oft nicht getan (vielleicht weil die nötige Bildung manchmal fehlt?)...

In welchen Punkten haben wir denn deiner Meinung nach die Bibel an unsere deutsche Kultur angepasst? Und wo wäre es nicht richtig?

Oder glaubst du, dass die Aussagen der Bibel sich an jede Kultur anpassen können?

Extra für Dich hat gesagt…

@ maren: Danke für deine Reaktion!
Du hast schon recht, dass es bei vielen an der nötigen Bildung fehlt und sie daher die Bibel in ihrem Kontext nicht sehen können und sie aus der heutige Zeit her interpretieren.

Was mich nicht beschäftigt ist, wo die Bibel an unsere heutige Sichtweise angepasst worden ist. Vielmehr frage ich mich folgendes:
Als das Evangelium nach Europa kam hat es bereits einen Prozeß durchgemacht, wo es inkulturiert worden ist. Bestandteile unserer heutigen westlichen Kultur sind daraus entstanden.
Nehmen wir als Beispiel Weihnachten. Was hat Weihnachten heute eigentlich noch mit der ursprüglichen Intention als Fest der Geburt Jesu zu tun, so wie es die Missionare damals gewollte haben. Es ist nicht mal klar, dass die Geburt Jesu wirklich in diesem Teil des Jahres gewesen ist. Dieses Fest ist doch im Grunde ein "Relikt" aus alten missionarischen Konzepten, um das Ereignis, dass Gottes Sohn auf die Erde gekommen ist, den Leuten in Rom oder Germanien näher zu bringen.
Was wir heute mit Weihnachten verbinden (Kälte, Schnee, Geschenke, Heimlichkeit) hat doch vielfach garnichts mit den Umständen damals, als die Geburt war, zu tun. Es ist aus einem kulturgeschichtlichen Prozess heraus entstanden. In Afrika können die mit unserem Weihnachten garnichts anfangen. Was nun?
Ein Gedanken der mir gekommen ist: Lasst unseren "Christlichen Anspruch" auf dieses Fest aufgeben. Stattdessen können wir mit der Geburt eines Kindes die Geburt des Gottes Sohnes feiern. Hier sehe ich viel mehr paralellen und Möglichkeiten missionarisch und möglicherweise kulturell dieses Ereignis von der Geburt des Gottessohnes den Menschen zu vermitteln.
Verstehst du, was ich meine und wo meine Fragen sind?

Für mich ist klar, das die Grundaussagen der Bibel kulturunabhängig sind. Doch wie können wir den Menschen hier diese Wahrheiten nahe bringen, dass auch sie Jesus begegnen. Es ist ja nicht so, dass wir die Leute zum Judentum bekehren wollen oder zu einer alten Kultur des Orients.
Wie ist es denn auf anderen Kontinenten? Die Grundwahrheiten der Bibel begegnen uns dort in dem entsprechenden kulturellen Gewand, damit die Leute dort Jesus begegnen können in einer Art und Weise, die sie verstehen.
Kommen wir aus dem westlichen Christentum damit zurecht? Wird uns das Evangelium möglicherweise fremd, wenn wir es dort in einem anderen Gewand sehen? Oder kommt es vielleicht noch zu einem Kampf der Kulturen, wo einer dem anderen aufzwingt, in welchen Formen er die Wahrheiten der Bibel zu sehen hat?